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Immer mehr Menschen verstehen komplexe Texte nicht mehr. Die Gründe dafür reichen von kognitiven Einschränkungen über das soziale Umfeld bis hin zu sprachlichen Barrieren aufgrund der Herkunft.

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Verbreiten, Beobachten, Recherchieren – neue zentrale Oberfläche vereint PR-Dienstleistungen von APA-Comm – PR-Desk als One-Stop-Shop für Kommunikatorinnen und Kommunikatoren

APA-Gruppe

Neues Markendach „APA-Comm“

APA-OTS und APA-DeFacto fassen PR-Leistungen unter „APA-Comm“ zusammen – Ziel ist ein durchgängiges Angebot und eine optimierte Customer Journey für Kommunikationsprofis

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APA-Campus, die Weiterbildungsreihe der APA - Austria Presse Agentur, erweitert ihr Programmangebot um einen hochqualifizierten Lehrgang im Bereich Wirtschaft

Digitaler Geschäftsbericht

APA-Geschäftsbericht 2018

Die Unternehmensgruppe rund um die APA erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 76,35 Mio. Euro und setzte die umfassende Innovationsoffensive fort. Alle Zahlen und Fakten zur Österreichischen Nachrichtenagentur finden sich im Digitalen APA-Geschäftsbericht

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20.11.2020

APA-Science-Event: Mit etwas "Jahrmarktzauber" und Kontakt zur verständlichen Forschung

Zwtl.: Wissenschaftsplattform APA-Science lud zur Diskussion über "(Un-)verständliche Wissenschaft? Wie man komplexe Inhalte unters Volk bringt" – mehr als 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wenn es im sicheren Rahmen raucht, zischt und Funken schlagen, weckt das den urmenschlichen Impuls, sich dem Spektakel zuzuwenden. Etwas "Jahrmarktzauber" darf es dann auch sein, wenn es um die Grundlegung wissenschaftlichen Interesses geht, so der Tenor bei einer APA-Science-Diskussionsrunde zum Thema "Wie man komplexe Inhalte unters Volk bringt", die gestern, Donnerstagabend, über die digitale Bühne ging. Um die Vermittlung bemühen sich mehr und mehr auch Forscher selbst direkt und professionell - honoriert wird das bisher kaum. Einer jener Wissenschafter, die sich in den vergangenen Jahren in Österreich sehr verdient darum gemacht haben, die eigene Arbeit nachvollziehbar darzustellen, ist Markus Arndt von der Universität Wien. Als Quantenphysiker werde einem recht schnell klar, dass man damit nicht unbedingt der größte Anziehungspunkt auf einer Party ist. Dabei handle es sich nicht wirklich um "unverständliche Wissenschaft", wie die von APA-Science, der Wissenschaftsplattform der APA - Austria Presse Agentur, organisierte Online-Veranstaltung am Donnerstagabend mitbetitelt war, die Quantenphysik sei einfach "nur unbegreifbar". Arndt ist trotzdem damit erfolgreich, die den Alltagserfahrungen zuwiderlaufenden Konzepte und Ideen zu erklären. Wenn etwas zum Beispiel quasi gleichzeitig da und dort sein kann, geht es auch um eine "Deformationen des Weltbildes". Das "klingt philosophisch, ist aber sehr praktisch", so der Physiker, der genau dort ansetzt, wo die teils bizarren Abläufe in der Welt des Allerkleinsten mittlerweile alltägliche Anwendungen finden. Dabei setzen Arndt und sein Team auf Online-Simulatoren, virtuelle Laborführungen oder das direkte Zeigen von Experimenten - inklusive dem vielen notwendigen Schrauben und Basteln. Was neudeutsch unter dem Motto "Hands on" firmiert, kommt vor allem bei Kindern und Jugendlichen gut an, wusste Gerlinde Heil, Gründerin und Leiterin der Wissenschaftsvermittlungsinitiative "Science Pool VIF" und des Museums der Nerdigkeiten, zu berichten. Man lasse die Kinder Teil der Show sein, bei der es um das aktive Erzeugen von Fragen und die Suche nach Antworten, also die Vermittlung von "Vor-Wissenschaft" geht. Gelingt das, ließen sich auch schon mal "ein paar kleine Brösel Quantenphysik" einstreuen. Wurde jemand in jüngeren Jahren "damit nicht gut versorgt, geht er dann nicht in Richtung Wissenschaft", sagte Heil. Wichtig sei die Botschaft: "Wissenschaft ist Teil meiner Umwelt." Unter der Prämisse ließen sich auch Sozial-, Geistes-, Kulturwissenschaften und Kunst vermitteln. Wenn man etwa Zeit in einem Schwangerschaftsanzug verbringt oder mit Hilfsmitteln erlebt, wie sich hohes Alter oder Adipositas anfühlen, kommt man schnell in diese Forschungs-Richtungen. Die verschiedenen Wissenschaftszweige "vertragen sich gut, manchmal vertragen sich nur die Protagonisten nicht so gut", sagte Heil. Aber wie vertragen die Protagonisten die notwendige Vereinfachung ihrer Forschungsarbeit für die Wissenschaftsvermittlung? In diesem Spannungsfeld bewegt sich Michael Hlava als Leiter Kommunikation des Austrian Institute of Technology (AIT) seit 2007. Mit dem Ansinnen, für verschiedene Zielgruppen Informationen auf verschiedenen Komplexitätsniveaus - bis hin zu "Simplicity till it hurts" (auf Deutsch in etwa: "Einfachheit bis es schmerzt") - anzubieten, sei man nicht immer offene Türen eingerannt, betonte Hlava. Manchmal seien Wissenschafter auch wenig erfreut gewesen, wenn sich ihre Arbeit etwa in Boulevardmedien fand. Ein echter "Gamechanger" war jedoch, dass Forschungsförderer mittlerweile möglichst allgemein verständliche Darstellungen der Projekte und ihrer Ergebnisse verlangen. In den vergangenen Jahren hätten Forscher in dieser Richtung auch schon sehr viel dazugelernt, waren sich die Diskutanten einig. Einerseits kämen positive Medienresonanzanalysen etwa bei Evaluationen heutzutage gut an, andererseits wird die oft aufwendige Vermittlungsarbeit "nicht extra honoriert", sagte Arndt: Vor allem jüngere Forscher "sind trotzdem motiviert, das zu tun, weil es eigentlich auch Spaß macht. Die Motivation ist da, die Zeit eher nicht." Wie viel Nachdenken es braucht, um komplexe Informationen derart herunterzubrechen, dass sie auch von Menschen gelesen und verstanden werden, die Lernschwächen oder Probleme beim Verständnis komplexerer Texte haben, zeigte sich 2017 zum Start des "TopEasy"-Projekts der APA. Seither wurde auf dem Gebiet vielfach Pionierarbeit geleistet und mittlerweile bieten zahlreiche Medien auch Nachrichten in einfacher Sprache an, sagte APA-MultiMedia-Leiter, Christian Kneil. Hier handle es sich um eine "erstaunlich große Zielgruppe", die leider vielfach zu wenig wahrgenommen werde, was letztlich auch ein nicht zu unterschätzendes demokratiepolitisches Problem sei. Im Rahmen von TopEasy übersetzt ein Team in APA-MultiMedia täglich vier bis sechs Nachrichtenmeldungen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Chronik, Kultur und Sport in zwei einfachere Sprachstufen, A2 und B1. Ob sich das große Ziel, in zielgruppengerechter Sprache zu kommunizieren, auch im oft hochkomplexen Wissenschaftsbereich umsetzen lässt? "Im Prinzip ist es möglich, jeden Text in einfache Sprache zu übertragen", zeigte sich Kneil optimistisch. Man müsse sich dann nochmals genauer überlegen, was es zu erzählen gibt, Abstriche bei der Länge machen, die Geschichte insgesamt anders schreiben und Begriffe noch stärker erklären - oft auch mit Bildern und Grafiken. Wie im journalistischen Bereich, brauche es auch in Bildungseinrichtungen viel Engagement und Ausdauer, um Wissenschaft und Forschung verständlich aufzubereiten, konstatierte Petra Siegele, Leiterin des Bereichs Public Science im Österreichischen Austauschdienst (OeAD). Als "unbezahlbares" Vehikel habe sich der direkte Kontakt zwischen Schülern und Wissenschaftern erwiesen, so die Expertin, die seit Jahren Initiativen vorantreibt, in denen Forscher und Forscherinnen mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam arbeiten. Was dabei herauskommt, sei vielfach erstaunlich. Forscher würden mit viel Begeisterung lernen, ihre Arbeit verständlich darzustellen, flexibel auf Fragen einzugehen, Situationen in Schulklassen zu verstehen und zu lesen. Andererseits gebe es Beispiele, wo Schüler teils etwas verzopft wirkende Erhebungsmethoden der Wissenschaften auf einen neuen Stand brachten. Diese Begegnung auf Augenhöhe führe niederschwellig weg vom Bild des "Mannes mit dem langen Bart" im Forschungslabor, so Siegele. Leider honoriere das vorherrschende Wissenschaftssystem dies noch nicht ausreichend. [Videomitschnitt] (https://www.ots.at/redirect/goessential) der Veranstaltung mit Inhaltsverzeichnis sowie als [Short-Version mit zentralen Aussagen (Essenz)] (https://www.ots.at/redirect/videoshort) Embed-Code zur Integration in Medienportale und Webseiten: <iframe width="767px" height="350px" src="[https://www.ots.at/redirect/video7] (https://www.ots.at/redirect/video7)" allowfullscreen="true" frameborder="0"></iframe> Informationen zum Podium: [https://www.quantumnano.at/science-for-all/] (https://www.quantumnano.at/science-for-all/), [https://www.quantumnano.at/] (https://www.quantumnano.at/) [http://oead.at] (http://oead.at/) [https://www.sparklingscience.at/] (https://www.sparklingscience.at/), [https://www.museumdernerdigkeiten.at] (https://www.museumdernerdigkeiten.at/) [https://www.sciencepool.org] (https://www.sciencepool.org/) [https://www.ait.ac.at] (https://www.ait.ac.at/) [https://www.ots.at/redirect/topeasy] (https://www.ots.at/redirect/topeasy) APA-Science Bildung, Forschung, Technologie und Innovation – APA-Science ist das österreichische Kommunikationsnetzwerk für Zukunftsthemen. Initiiert von der APA – Austria Presse Agentur bietet die Plattform [science.apa.at] (https://science.apa.at/) tagesaktuelle Berichterstattung zu Forschungs- und Bildungsthemen, Hintergrundinformationen sowie Beiträge von führenden Playern der österreichischen Wissenschaftslandschaft. APA-Science hat zum Ziel, gemeinsam mit seinen Partnern die österreichische Forschung im In- und Ausland sichtbar zu machen und damit Neugierde auf wissenschaftliche Themen in der Öffentlichkeit zu wecken. Die Partner von APA-Science sind u.a.: [Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung] (https://www.bmbwf.gv.at/)* [Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie] (https://www.bmk.gv.at/)* [Austrian Institute of Technology] (https://www.ait.ac.at/)* [Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG ] (https://www.ffg.at/)\n[Rat für Forschung und Technologieentwicklung] (https://www.rat-fte.at/home.html)* [Siemens Österreich] (https://new.siemens.com/at/de.html)\n ...

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23.10.2020

Superstar Wasserstoff?

Wien (OTS) - Der Hype um Wasserstoff als klimafreundlicher Energieträger hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die EU-Kommission will Europa zum Vorreiter in diesem Bereich machen, Österreich und Deutschland rufen sich zu bald schon führenden "Wasserstoff-Nationen" aus und heimische Forschungseinrichtungen scharren in den Startlöchern ob neuer Mittel. Noch gibt es allerdings in so manchen Anwendungsbereichen technische Hürden zu überwinden und Fragen der Wirtschaftlichkeit positiv zu beantworten. APA-Science gibt im aktuellen Dossier einen Überblick zum Stand der Dinge. Wasserstoff gilt mit seiner hohen Energiedichte als probates Mittel, Überschüsse aus erneuerbaren Quellen zu speichern und später in Strom und Wärme umzuwandeln. Eine der größten Hürden – zumindest kurz- bis mittelfristig – ist die Verfügbarkeit von "grünem" Wasserstoff, der mit Hilfe von Solar- oder Windenergie erzeugt wird und noch dazu billig ist. Je knapper die Ressource, desto genauer muss man sich ansehen, in welchen Bereichen der Einsatz von Wasserstoff wirklich sinnvoll ist. Derzeit werden vor allem Industrie, Mobilität und Haushalt genannt. Was die Expertinnen und Experten im Klimaschutzministerium vom Energieträger Wasserstoff halten, wie die bis Jahresende geplante österreichische Wasserstoffstrategie aussehen könnte, welche aktuellen Forschungsprojekte es zu Herstellung und Speicherung von Wasserstoff gibt und was sich die Technischen Universitäten in Österreich wünschen, fasst das aktuelle Dossier zusammen. Das gesamte Dossier finden Sie auf APA-Science unter: [http://science.apa.at/dossier/wasserstoff] (http://science.apa.at/dossier/wasserstoff) Zwtl.: APA-Science – ein Netzwerk der APA Bildung, Forschung, Technologie und Innovation – APA-Science ist das österreichische Kommunikationsnetzwerk für Zukunftsthemen. Initiiert von der APA – Austria Presse Agentur bietet die Plattform [science.apa.at] (http://science.apa.at/) fundierte Berichterstattung zu Forschungs- und Bildungsthemen und aktuelle Beiträge von führenden Playern der österreichischen Wissenschaftslandschaft. APA-Science hat zum Ziel, gemeinsam mit seinen Partnern die österreichische Forschung im In- und Ausland sichtbar zu machen und damit Neugierde auf wissenschaftliche Themen in der Öffentlichkeit zu wecken. Die Partner von APA-Science sind u.a.: [Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung] (https://www.bmbwf.gv.at/)\n[Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Innovation und Technologie ] (https://www.bmk.gv.at/)\n[Austrian Institute of Technology] (http://www.ait.ac.at/)\n[Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft] (http://ffg.at/)\n[Rat für Forschung und Technologieentwicklung] (http://www.rat-fte.at/)\n[Siemens Österreich] (http://www.siemens.at/)\n ...

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19.10.2020

APA vergibt zwei Stipendien im Zertifikatslehrgang Digitaljournalismus

Wien (OTS) - Förderung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Genossenschaftsmedien – Kooperation mit dem fjum fortgesetzt - Bewerbung beim fjum bis 30. November Die APA – Austria Presse Agentur fördert auch 2021 wieder zwei Stipendien für den Zertifikatslehrgang Digitaljournalismus 2021 des fjum-forum journalismus und medien wien. Die Neuauflage des Lehrgangs startet im Jänner nächsten Jahres und bietet eine sechsmonatige fundierte Ausbildung im digitaljournalistischen Bereich. Die APA-Förderung besteht für zwei Kolleginnen oder Kollegen aus dem Kreise der APA-Genossenschaftsmedien. Das berufsbegleitende Weiterbildungsangebot dauert ein halbes Jahr und richtet sich an Journalistinnen und Journalisten sowie Medienschaffende mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung bei einem österreichischen Medium. Die inhaltlichen Schwerpunkte reichen von Digital Storytelling über Analytics im Newsroom, Social Media und Online-Recherche bis hin zu Medienrecht und werden durch Workshops zu Spezialthemen ergänzt. Corona-bedingt ist derzeit geplant, die sechs Module und zusätzlichen Workshops zur Gänze online abzuhalten. „Gemeinsam mit der journalistisch-inhaltlichen Expertise bilden digitale Kompetenzen mittlerweile die Basis des redaktionellen Berufsbildes. Mit den fjum-Stipendien will die APA dieser Entwicklung weiter Rechnung tragen und zu einer Höherqualifizierung der Branche beitragen“, sagt APA-Chefredakteur Johannes Bruckenberger. Zwtl.: Bewerbungen: Bewerbungen für den Lehrgang – und somit auch die beiden APA-Stipendien – sind ab sofort bis 30. November möglich. Die Teilnehmenden werden anhand der eingereichten Unterlagen von Expertinnen und Experten des fjum ausgewählt. Weitere Informationen zum Lehrgang sowie zum fjum: [https://www.fjum-wien.at/kurse/zerdi21/] (https://www.fjum-wien.at/kurse/zerdi21/) Zwtl.: APA – Austria Presse Agentur: Die APA – Austria Presse Agentur ist die nationale Nachrichtenagentur und der führende Informationsdienstleister Österreichs. Sie befindet sich im Eigentum österreichischer Tageszeitungen und des ORF. Die APA-Redaktionen sorgen für digitale Echtzeit-Nachrichtendienste in Wort, Bild, Grafik, Audio und Video. Das Angebot der Tochtergesellschaften richtet sich an Medien-, Kommunikations- und IT-Märkte. [www.apa.at] (http://www.apa.at/) ...

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02.10.2020

APA-NewsInsight: „Die Maschine kann nicht Geschichten erzählen.“

Wien (OTS) - Automatisierung und Datenjournalismus spielen eine wachsende Rolle in der Medienproduktion und bergen großes Entwicklungspotenzial in sich. Wie Natural Language Generation (NLG) im Journalismus eingesetzt werden kann, welche Anwendungsfälle möglich sind und warum das nichts mit „Robotern“ zu tun hat, erzählte Katharina Schell, Mitglied der Chefredaktion der APA – Austria Presse Agentur und zuständig für redaktionelle Innovationen, in einem digitalen Event aus der Reihe APA-Insight gestern, Donnerstagvormittag, und stellte sich anschließend den Fragen des Publikums. „Seit einigen Jahren wird der sogenannte Roboterjournalismus durchs Medieninnovationsdorf getrieben“, startete Schell ihre Einblicke in das Thema Automated Journalism, „aber niemand hat jemals in einer Redaktion einen Roboter sitzen gesehen.“ Es seien Maschinen und Algorithmen im Spiel, aber diese werden von Journalistinnen und Journalisten programmiert, so Schell. „Wir machen nicht Roboterjournalismus, wir machen Datenjournalismus.“ Journalistische Expertise ist unersetzbar Die Grundlage, um automatisiert sinnvolle Texte zu generieren, seien strukturierte Daten, wie etwa Namen von Personen, denen bestimmte Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Beruf sowie weitere Informationen zugeordnet sind, erläuterte Schell anhand eines konkreten Beispiels. Bevor die Maschine einen Text erstellen könne, müsse ein Mensch alle aus diesen Daten möglichen Texte vorbereiten und jeweils Lücken für die Variablen wie Namen oder Alter definieren. Welche Information schließlich in welchem Fall in welche Lücke zu füllen ist, müsse ebenfalls von Menschenhand festgelegt werden. Erst nach diesen umfangreichen Vorarbeiten entstehen Texte scheinbar auf Knopfdruck. „Künstlich intelligent ist in diesem Verfahren relativ wenig“, fasste Schell zusammen. „Es braucht Journalistinnen und Journalisten mit sehr spezifischem Know-how, mit Wissen über das Thema, über Daten und deren Verarbeitung, über Sprache und mit narrativen Kompetenzen.“ Diese menschlichen Fertigkeiten seien unabdingbar. „Die Maschine kann nicht Geschichten erzählen“, bereits im Vorfeld müsse sich der Mensch diese überlegen, hielt Schell fest. Algorithmen seien aber wesentlich besser und vor allem schneller als Menschen darin, strukturierte Daten zu verarbeiten. Diese Eigenschaft mache man sich in der APA-Redaktion zunutze, um bei Wahlen zusätzlich zur regulären Berichterstattung automatisiert erstellte Kurzberichte für News-Sites und andere digitale Kanäle anzubieten. Dieses neue Produkt wird seit der EU-Wahl 2019 bei bundesweiten und landesweiten Wahlen angeboten. Ein von APA-Redakteurinnen und -Redakteuren trainierter Algorithmus generiert zu jeder Gemeinde einen Text, sobald das jeweilige Wahlergebnis vorliegt – auf Basis eines hochkomplexen Lückentextes. „Das ist völlig neuer Content, den niemand vorher hatte, weil niemand die Ressourcen hat, am Wahlabend in kurzer Zeit so viele Texte zu schreiben“, so Schell. Mehr lokale Berichterstattung Auch bei den Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen am 11. Oktober dieses Jahres werde die APA zusätzlichen, automatisiert erstellten Content in Kombination mit Visualisierungen anbieten. „Wir haben Wiener Wahlsprengel zu Grätzln zusammengefasst“, erläuterte Schell die Vorgehensweise. „Ein User kann am Wahlabend mit nur einem Klick herausfinden, wie hat mein Grätzl gewählt“, und die Ergebnisse in Text und Grafik ansehen. Wahlberichterstattung auf einem derart hyperlokalen Niveau sei bisher einzigartig. „In der Flut von Informationen, die man online permanent bekommt, wird es für User immer wichtiger, eine digitale Heimat zu haben – das Grätzl ist auch eine emotionale Einheit. Lokale und regionale Informationen sorgen darüber hinaus für hohes Engagement.“ Dieses Produkt richte sich an Online-Medien, die ihren Usern so schnell wie möglich zusätzliche Informationen liefern wollen. Die reguläre Wahlberichterstattung im APA-Basisdienst werde es unabhängig davon weiterhin im gewohnten Umfang geben. Die Qualitätssicherungsmechanismen der APA-Redaktion werden auch bei Automated Content angewendet. „In der Redaktion gilt ein striktes Vier-Augen-Prinzip, keine Meldung geht auf’s Netz, ohne dass sie ein zweites Augenpaar gesehen hat“, erläuterte Schell. Dieses Prinzip setzt man bei automatisiert erstellten Texten schon vor deren Generierung um und kontrolliert, ob alle Lücken und Variablen des Algorithmus richtig definiert wurden, noch bevor dieser zum Einsatz kommt. Weiters finden an Wahlabenden Plausibilitätsprüfungen der importierten Datensätze und stichprobenartige Kontrollen der erstellten Texte statt. Anwendungsmöglichkeiten von Automated Content In Zukunft werde das über viele Monate aufgebaute Know-how in der APA-Redaktion auch für andere Projekte eingesetzt, gab Schell einen Ausblick. Unter dem Titel „Wiener Dateng‘schichten“ sollen wertvolle Informationsschätze, die in statistischen Daten der Bundeshauptstadt stecken, mithilfe von Content-Automatisierung als regionale und hyperlokale Storys zugänglich gemacht werden. Das Vorhaben wird über die von der Stadt Wien initiierte Förderschiene „Wiener Medieninitiative“ unterstützt. Darüber hinaus hat die APA-Redaktion bereits Workshops für Unternehmen und Organisationen durchgeführt, für die Aufbereitung und Vermittlung großer Datenmengen wichtig sind. Auch dafür setze man weiterhin die erworbene Expertise ein, so Schell. „Es wird künftig an vielen Punkten journalistischer Arbeitsprozesse Automatisierungsstrategien geben“, hielt Schell abschließend fest. Dass aber Maschinen Journalistinnen und Journalisten ersetzen könnten, ist für die Digitalexpertin nicht absehbar. „Die Einzigartigkeit des journalistischen Erzählens ist eine menschliche Stärke, die ich in naher und auch mittelnaher Zukunft nicht ersetzbar sehe.“ Schell schloss für die APA-Redaktion aus, dass Content, den derzeit Menschen produzieren, künftig maschinell generiert werde. „Unser Kapital sind unsere Redakteurinnen und Redakteure, die mit ihrem Know-how das Nachrichten-Backbone für die österreichische Medienlandschaft sicherstellen.“ Servicehinweis: Zur Video-Aufzeichnung des [Digital-Events APA-NewsInsight] (https://apa.at/kampagne/newsinsight-automated-journalism/) ...